Bridge - Alphabet
Alert
heißt Achtung, habe acht, hier wird
Dir etwas
vorgemacht!
Dies Gebot, -
"das ist nicht echt," - drum merke auf
sonst
Geht's Dir schlecht.
Biddingboxen braucht man
zum reizen, weil wir mit
den Worten geizen,
damit die Stimme
nicht verrät, wie es um die Punkte steht.
Chicane ist man
mit einem Blatt, in dem man nur
drei Farben hat. Oft
kann es von Vorteil
sein, beim Sans Atout fällt man meist rein.
Der Dummy
ist nicht etwa dumm, bleibt er beim Spiel
still und stumm.
Passieren auch die tollsten
Sachen, der Dummy darf nie den
Mund aufmachen.
Entree zum Dummy, klingt elegant, bei uns ist
schlicht "Rüberkommer"
genannt. das
trifft es doch genauso gut, mit Französisch
hab' ich
nichts am Hut.
Forcieren heißt stets:
Partner sprich, ich habe was,
drum passe nicht. Schnell
ist Partie oder
Schlemm versäumt, wenn der Partner selig
träumt.
Gebote gibt
es mehr als zehn, wenn wir damit in's
Vollspiel geh'n. Doch
kann man es auch
bleiben lassen und bei jeder Runde passen.
Honneurs sind Bube, Dame, König,
As; haste die, dann
haste was! Doch muss
der Partner auch was
bringen, alleine wird Dir nichts gelingen.
Impass und Expass sind so Sachen, die muss man
einfach richtig machen.
Der Erfolg bleibt
Dir verwehrt, sitzt der König grad' verkehrt.
Beim Jot fragt ich das Bridgelexikon, doch die
wußten auch nichts davon.
Und ernte ich auch
Hohn und Spott, ich weiß wirklich nichts über
Jot.
Kontrakte sind der Reizung
Schluss, die man genau
erfüllen muss. Deckt der
Dummy die Karten
auf, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Längen
hat man und auch Lücken, trotzdem
kann
das Spiel Dir glücken.
Spielst Du einfach
raffiniert, ist der Gegner oft pikiert.
Multi ist kein Millionär, die Konvention gibt
nur mehr her. Ob schwach,
stark oder
Chicane, der Partner kann Dich schnell
versteh'n.
Nuller schmerzen jeden sehr, ärgerlich ist dies
Malheur. Am Ausspiel liegt
es oft allein,
drum kann man auch ganz schuldlos sein.
Optionen hat man, das
ist klar, das Ausspiel von
der falschen Seite war. Den
Vorteil sollt'
man ruhig nehmen, nur der Schuldige muss s
ich schämen.
Partnerschaften muss man hegen,
nie sollte sich hier Unmut
regen. Ist die
Laune erst dahin, wird es nichts
mit dem Spielgewinn.
Ein quentchen Glück braucht es im Spiel, nur ein bisschen,
gar nicht viel. Auch
der Beste kann mitnichten
ganz und gar auf's Glück verzichten.
Regeln gibt es und Paragraphen, die Vergehen hart
bestrafen. 93 sind es genau,
wer alle kennt,
ist wirklich schlau.
Den Schlemm
zu reizen, ob groß oder klein, wir immer ein
Ereignis sein. Die größte
Freude wird es sein,
schreibst Du den Schlemm an ganz allein.
Transfer beim Sans Atout kann vorteil bringen, auch
ein Top kann so gelingen. Ich
selber spiele
lieber Sans und wär' mit Farbe oft besser dran.
Unterfarben reizt man dann,
wenn man wirklich nichts
anderes kann. Partie im Sans
auf Dreierstufe,
da kommt man schneller in die Hufe.
Verteidigen ist immer
wichtig, auch Opfergebote sind oft
richtig. Kriegt man Kontra
na was soll's,
die Gegner hätten Partie geholt.
Wandern wir von Tisch zu Tisch, hält uns der stete
Wechsel frisch. Neue Gegner,
neue Karten,
neues Glück wird auf uns warten.
XY
Mit dem Ypsilon und mit dem X, sag ich ehrlich,
das
wird hier nix. Drum
klammer ich die beiden
aus und werf' sie kurzerhand hinaus.
Zwischenreizung den Gegner
stört, wenn er nichts vom Partner
hört. Und der Zwischenreizer lacht, die hätten
glatt Partie gemacht!
Von A bis Z mein Alphabet hiermit jetzt zu ende geht!
Weihnachten 1999
© Inge Zoch Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung